Über die Stille und die Euphorie des Aufbruchs

Wie die sanfte Umarmung des Sommers schmeckt

Es war schon sehr still. Und irgendwie hatten wir uns schon daran gewöhnt. Es ist wohl eine der
herausragendsten Eigenschaften des Menschen, sich an fremde und ungewohnte, bisweilen nicht
besonders angenehme, Situationen anzupassen. Wir hatten uns an die Stille, an das Wenige
gewohnt. Daran, dass nicht dauernd etwas los war. Dass das gesellige Leben auf Spaziergänge und
Zaungespräche reduziert war. Dass die Kinder nicht zum Sport geführt werden mussten. Dass die
Abende ohne Fußballtraining, Yogastunden oder Cocktailbars genauso in die Nacht führten. Wir
hatten gelernt, mit Sorgen und Ängsten um unsere und die Gesundheit unserer Lieben umzugehen.
Wir haben Homeoffice, Homeschooling, Videokonferenzen überlebt, überstanden oder gar genossen.

Haben wir all das gemacht, ausgehalten, gelernt, weil wir hofften, irgendwann aus diesem neuen
Alltag erlöst zu werden? Weil wir im tiefsten Inneren immer noch daran glaubten, dass wir für
besondere Mühen auch besonders belohnt werden?

Alles offen, alles ruft

Die Stille wurde eines Tages von der Euphorie des allgemeinen Aufbruchs überrollt. Dorthin und
dahin, überall gleichzeitig gab es plötzlich etwas zu erleben. Plötzlich hatte alles offen, alle wollten
überall hin, jeder wollte jeden treffen, dort endlich ein Glas Wein trinken, da endlich wieder gesellig
sein. Grillpartys schossen wie die Schwammerl aus dem Boden, die Nachmittage der Kinder waren
plötzlich wieder voll. Es war ein Ausschlag auf die andere Seite des Pendels. Der Geschmack der
Freiheit. Der Sommer rollte mit Trommelwirbel heran.

Am Ende dieses Schuljahrs sind sie unübersehbar: Sehr erschöpfte Mütter, müde Väter,
sommersehnsüchtige Kinder, Großeltern, die sich ihr Leben zurückerobern. Egal was war – die Stille
und die Freiheit, beides hat uns müde gemacht. Wir haben in diesem Jahr das Extreme verkraften
müssen. Wir mussten unsere Sehnsüchte bannen, um danach mit der Erfüllung derselben
hauszuhalten. Wir mussten tausende Dinge außerhalb des gewohnten Lebens lernen. Wir mussten
unsere Komfortzonen verlassen. Um wenig später, frisch geimpft oder getestet zu merken, dass das
Alte, Gewohnte doch auch wieder neu war.

Wie gestalten wir das Alte-Neue?

Sind wir nun gefordert, dieses Alte-Neue frisch und vielleicht ein wenig anders zu gestalten? Wir
haben gespürt, wie der Rückzug sich anfühlt, wie es ist, in einer kleineren Welt zu leben. Wir haben
erfahren, wie es ist, ohne Umarmungen zu leben. Wie es sich anfühlt, den ganzen Tag einen
Mundschutz zu tragen, wie Menschen krank werden, wie die Angst sich verbreitet. Vielleicht
unbeschadet, vielleicht auch von der Krankheit nicht verschont, müssen wir nun den Weg zurück in
eine sanfte Freiheit finden. Eine Freiheit, die womöglich das mit einschließt, was diese Zeit uns
lehrte:

Besser eine Umarmung zu viel, als eine zu wenig. Besser ein Gespräch führen, als sich abzuwenden.
Besser die eigenen Kräfte für das Gute, Schöne einsetzen, als für Unnötiges.

Der Sommer breitet jetzt seine Arme für uns aus. Er umarmt uns mit einem genussvollen Seufzer und
erinnert uns daran, den warmen Augenblick mit ganzem Herzen zu genießen.

Wir geben Ihnen ein wunderbares Sommer-Rezept mit auf dem Weg: Eine sanfte Umarmung, ein
Essen mit geliebten Menschen, ein herzwarmes Gespräch.
Wir vom BioHerz wünschen Ihnen einen genussvollen und gesunden Sommer!

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